Fläche: 3 640 km²
Einwohner:  813.729
Bevölkerungsdichte: 223,5 Einwohner / km²
Verwaltungssitz:  Palma de Mallorca
Land:  Spanien
Sprache:  Kastilisches Spanisch und Katalanisch
Religion:  99% römisch-katholisch
Gemeinden: 53
Regierung:  Mallorca gehört zu den Balearen, einer der 17 autonomen Regionen Spaniens. Die Insel hat ein eigenes Parlament, einen Präsidenten und ein Oberstes Gericht.

Die Balearen bestehen aus Mallorca, der größten Insel, Menorca und Ibiza. Sie liegen im Mittelmeer vor der Nordostküste Spaniens. Der Verwaltungssitz, Palma de Mallorca, wird im Süden von felsigen Buchten und Häfen umgeben. Die schicken Badeorte liegen an der Ostküste. Sa Dragonera ist eine große, unbewohnte Insel vor dem westlichsten Zipfel Mallorcas. Der Nordwesten wird von der Sierra de Tramuntana und Mallorcas höchstem Berg, dem Puig Major (1 445 m) gekennzeichnet. Die Nordostküste prägen zwei Buchten: die Badia de Pollença und die größere Badia d' Alcúdia. Im Inneren der Insel erstreckt sich eine fruchtbare Ebene.

Die Tier- und Pflanzenwelt auf Mallorca ist sehr vielfältig. Kiefern, immergrüne Steineichen und Johannisbrotbäume sind überall vertreten. Zwergpalmen sind auf Pollença, Alcúdia und Andratx beschränkt. Um Sóller zieren herrliche Orangen- und Zitronenhaine die Landschaft. Die portugiesische Heide und die stark duftenden wilden Blumen (Hyazinthen, Veilchen, Gladiolen usw.) sind ebenfalls beeindruckend. Die Insel beherbergt auch Reptilien (Schlangen und Geckos), Bergziegen, wilde Schafe, Hasen und Kröten. Raubvögel wie Fischadler, Turmfalken und die seltenen Rabengeier leben im gebirgigen Nordwesten. Die Zugvögel nisten im Sommer in den Mooren. Der Parc Natural de l'Albufera und die Insel Cabrera stehen unter Naturschutz. Das Mittelmeerklima auf den Balearen verschafft Mallorca milde Winter (ca. 15°C) und warme Sommer (27°C), d. h. ideales Wetter für alle Wassersportarten (das Wasser ist auch warm) und Aktivitäten im Freien.

Palma de Mallorca

Etwa die Hälfte der Einwohner lebt in Palma, einer geschäftigen, Stadt mit einem pulsierenden Nachtleben, das den Vergleich mit anderen spanischen Städten nicht scheut. Die Altstadt wird von engen, gepflasterten Gassen, breiten, von Bäumen gesäumten Alleen, gotischen Kirchen und schicken Designerboutiquen geprägt. In der Stadt wimmelt es meistens von Touristen. An jeder Ecke befindet sich ein Andenkenladen mit kitschigen Souvenirs. Wenn Sie in Palma baden möchten, müssen Sie mit den überlaufenen Stränden unweit der Stadt vorlieb nehmen.

Mit dem Bau der beeindruckenden gotischen Kathedrale wurde 1230 begonnen. Beendet wurde sie erst 1600. Der katalanische Architekt Antoni Gaudi führte Anfang des 20. Jh.s noch einige Arbeiten durch. Dazu gehört auch eine sonderbar anmutende schmiedeeiserne Plastik, die von der Decke herabhängt. Das benachbarteMuseumstellt religiöse Kunst aus. Auf dem Vorplatz erhebt sich die Alumdaina, eine maurische Festung, die den Königen von Mallorca als Residenz diente. In den winkeligen Gassen der Altstadt steht das Museu de Mallorca, ein Palast aus dem 15. Jh., der archäologische Funde, Werke aus dem Altertum sowie Gemälde einheimischer Künstler beherbergt. Die Banyas Arabas (maurische Badeanstalt) befindet sich ebenfalls in diesem Stadtteil. In dem gotische Meisterwerk La Llotja ist ein Kunstmuseum untergebracht. Westlich des Stadtzentrums liegt das eindrucksvolle Bellver Castle.  Die Hotels an der Küste westlich des Stadtzentrums sind zu weit weg von der Action und sehr unpraktisch gelegen. Wenn Sie eine Unterkunft suchen, bleiben Sie im Zentrum. In der Altstadt gibt es mehr Bars, Kneipen, Discos und In-Lokale, als Sie je zu träumen wagten.

Valldemossa

Die hübsche Stadt verdankt ihren Ruhm vor allem Frédéric Chopin und seiner Geliebten George Sand, die 1838/39 in der Cartuja de Valldemossa überwinterten. Das ehemalige Männerkloster ist seit 1835 ein Wohnhaus. Sie können den herrlichen Garten und die Zimmer besichtigen. Die Highlights sind Chopins Klavier, seine Totenmaske und einige seiner Handschriften.  Im Frühjahr 2000 eröffnete der Filmschauspieler Michael Douglas die Costa Nord Ausstellung in Valldemossa. Sie umfasst zwei Teile: einen Dokumentarfilm über diesen Teil der Insel und eine Nachbildung der Kapitänskajüte auf der Nixe. Das Schiff gehörte Erzbischof Luis Salvador, dem es so gut auf Mallorca gefiel, dass er hier ein riesiges Grundstück erwarb. Dem Erzbischof sind auch viele Wanderwege in der Region zu verdanken. Ein paar Kilometer weiter im Norden steht Can Marroig, eine der ehemaligen Residenzen Luis Salvadors. Sie kann besichtigt werden. Der Rest der Stadt ist ebenfalls sehenswert (wenn Sie die unvermeidlichen Touristenfallen umgehen). Machen Sie auch einen Abstecher nach Port de Valldemossa (7 km). Nach dem Baden erwarten Sie zahlreiche malerische Restaurants. Valldemossa kann in einem Tag besichtigt werden. Die Auswahl an Unterkünften ist jedoch ziemlich begrenzt. Die Stadt ist mit dem Bus von Palma aus leicht zu erreichen (15 km).

Deià

Das eindrucksvoll gelegene Deià zog und zieht noch immer viele Künstler an: Maler, Schriftsteller und Komponisten. Der englische Dichter Robert Graves starb 1985 hier. Er ist auf dem Friedhof vor Ort begraben. Ateliers und Galerien, die die Werke der einheimischen Künstler zum Verkauf anbieten, säumen die Hauptstraße. In den Bars und Cafés können Sie Skizzen anfertigen, Gedichte schreiben oder einfach nur ein Bier trinken. Das Museu Parroquial neben der Kirche besitzt eine interessante Sammlung von religiösen Kunstwerken, Ikonen und alten Münzen. Das Archäologische Museum und Forschungszentrum beherbergt Funde aus der Umgebung von Valdemossa. Cala de Deià an der Küste besitzt beliebte Badestrände und Lokale. Die Busse zwischen Palma und Deià verkehren täglich.

Sóller

Fahren Sie mit der Bahn von Palma nach Sóller. Der Zug windet sich zwischen Bäumen und Olivenhainen durch das landschaftlich eindrucksvolle Tramuntana Gebirge. Die Fahrt dauert etwa eine Stunde. Der Blick ist einfach atemberaubend. Die malerische Stadt ist ein idealer Ausgangspunkt für Wanderungen. Die schönen alten Gebäude, das üppige Grün in den Gärten und die idyllischen Plätze sind ebenfalls sehenswert. Bars und Restaurants umgeben den Plaça de la Constitució. Die Església Parroquial de San Bartolomé aus dem 16. Jh. wurde mit einer modernen Fassade versehen, behielt aber ihre großartige gotische Innengestaltung. Eine aus San Francisco importierte Straßenbahn fährt die Besucher hinunter zum Port de Sóller. In der Hauptsaison ist der hübsche Hafen leider sehr überlaufen. Reiseveranstalter bieten Bootsausflüge nach Sa Calobra, Deià, Sant Elm und Illa sa Dragonera.

Alcúdia

Die geschäftige Stadt zwischen den beiden Buchten Badia de Pollença und Badia d'Alcodia war früher eine römische Siedlung. Es gibt zwar noch Zeugnisse der Vergangenheit, sie wirken jedoch sonderbar steril, da ein Großteil der Stadtmauer eine Kopie aus der Neuzeit ist. Vor der Stadtmauer stehen die Ruinen der römischen Stadt Pollètia. 1 200 m2 wurden freigelegt und können besichtigt werden. Das Pollentia Museum in Alcúdia zeigt Exponate aus dieser Fundstätte. In dem in Ruinen liegenden Amphitheater kämpften einst römische Gladiatoren.

Der naturgeschützte Parc Natural de l'Albufera begeistert Wanderer, Radfahrer und Vogelbeobachter. Im Gras leben Teich- und Blässhühner, im Schilf Reiher und Flamingos. Im Besucherzentrum erhalten Sie Wanderkarten und Listen der hier beheimateten Vogelarten. Am besten fahren Sie mit dem Bus von Palma nach Port d'Alcúdia (Badeort 2 km von Alcúdia) und von dort mit einem anderen Bus zum Park.

Coves del Drac (Drachenhöhlen)

Die gut 2 km lange Tropfsteinhöhle umfasst zwölf Räume und sechs unterirdische Seen. Sie liegt bei Porto Cristo an der Ostküste und wurde 1896 entdeckt. Heute zieht sie Scharen von Touristen an. Die mehrsprachige Führung dauert etwa eine Stunde. Am Wochenende bilden sich lange Warteschlangen. Die wirkungsvoll beleuchteten Stalaktiten und Stalagmiten wurden nach Dingen benannt, denen sie ähneln. Manche Namen scheinen aber sehr weit hergeholt zu sein. Das Highlight des Rundgangs ist ein Orchester auf Booten. Von der klassischen Musik beflügelt überqueren Sie den unterirdischen See, bevor es dann leider schon wieder dem Ausgang zu geht.

Wenn Sie etwas länger das Tageslicht scheuen wollen, sollten Sie das unweit der Höhle gelegene Aquarium besichtigen. Besonders Kinder sind von den unheimlichen Meerestieren begeistert. Porto Cristo liegt an der Küstenstraße. Es ist von Palma und von Port d'Alcúdia mit dem Bus zu erreichen.

Manacor

Die zweitgrößte Stadt auf Mallorca ist wegen der Perlenzucht berühmt. In der Industriestadt werden seit 1890 Perlen gezüchtet. Herrlicher Schmuck aus Zuchtperlen ziert die Schaufenster der zahlreichen Perlengeschäfte. Am besten kaufen Sie die Perlen direkt imWerkin einem Vorort der Stadt. Im Rahmen einer Führung wir den Besuchern die Herstellung erklärt. Schnäppchen werden Sie hier jedoch keine finden. Zuchtperlen wie die aus Manacor sehen beinahe wie echte Perlen aus, halten aber viel länger und sind deshalb ziemlich teuer. Außer Perlen undsobrasada, einer würzigen Wurst, hat die ziemlich hässliche Stadt nicht viel zu bieten. Die einzige Ausnahme ist die Esglesia dels Delors de Nostra Senyora. Die schöne Kirche wurde über einer ehemaligen Moschee errichtet. Manacor liegt an der C715, die von Porto Cristo ins Innere der Insel führt.

Cap de Formentor

Die ganz im Norden Mallorcas gelegene felsige Landzunge ist ein wahres Paradies. Der Zugang zum Leuchtturm ist gesperrt, aber die Gegend ist ideal für Wanderer und Vogelbeobachter. Wenn Sie gut aufpassen, sehen Sie sicher Eidechsen, die sich in der Sonne aalen. Im eleganten und teurenHotel Formentorübernachteten bereits Winston Churchill und Grace Kelly. Die Terrasse gewährt eine herrliche Aussicht auf die Bucht. Der Garten ist ebenfalls sehr schön. Der Platja de Formentor unweit des Hotels ist ein von Föhren beschatteter Sandstrand. In der Nachbarschaft gibt es ein Gestüt und einen Golfplatz. Eine steile, enge Straße führt von Port de Pollença nach Cap de Formentor. In der Hochsaison fahren Busse von Palma und Port de Pollença nach Cap Formentor.

Cala Mondragó

Es ist sicher nicht einfach, an Mallorcas verbauter Küste einen unberührten Strand zu finden. Wenn Sie jedoch früh am Morgen nach Cala Mondragó kommen, haben Sie einen der schönsten Strände der Insel ganz für sich allein. Föhren und Felsen schirmen die idyllische Bucht ab. Außerdem gibt es nur ein paar Häuser und eine größere Herberge. Die Strandbar serviert erfrischende Cocktails und alkoholfreie Getränke. Von Porto Petro fährt eine Liliputbahn nach Cala Mondragó (ca. 2 km) und zu den übrigen Badeorten an der Küste.

Illa de Cabrera

Die unbewohnte Insel liegt ca. 20 km vor der Südküste Mallorcas. Sie gehört zusammen mit den Nachbarinseln zum Parc Nacional Archipiélago de Cabrera. Der Zugang ist gesperrt, außer Sie nehmen an einer Führung teil oder beantragen eine Sondergenehmigung. Einige Teile der Insel sind noch aus Kriegszeiten vermint. Die Sehenswürdigkeiten beschränken sich auf die den Hafen überragende Festung. Das Higlight der Insel ist die beeindruckende Fauna und Flora. Vielleicht erspähen Sie eine blaubäuchige Mauereidechse oder Delphine, die vor der Küste spielen. Um die Klippen kreisen Krähenscharben, Silbermöwen und Wanderfalken. Vergessen Sie nicht, ein Fernglas einzupacken. Die Führungen starten im Hafen von Colònia de Sant Jordi. Von Palma, Cala d'Or und Cala Figuera fahren Busse nach Colònia de Sant Jordi.

 

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